Dietrich von Asten
von Asten, Dietrich

Unternehmer, Generalsekretär der Anthroposophischen Gesellschaft in den USA.

*14.01.1922 Eupen (Belgien)
.07.07.1984 Spring Valley, NY (USA)



Dietrich von Asten verband leitende Tätigkeit in der Industrie mit konsequentem geistigem Streben, wandte sich mit praktizierter Moralität und Kreativität immer neuen Aufgaben seines aufreibenden Wirkungsfeldes zu.

Er ist als Kind eines Fabrikanten 1922 in Eupen, Belgien, geboren. Der Vater war hochkultiviert, beschäftigte sich mit östlichen Philosophien, die Mutter hingebungsvoll, sozial verantwortlich, wurde in den späten 20er-Jahren Anthroposophin und hatte auch Kontakt zur Christengemeinschaft.

Die Eltern ließen sich in seinem zweiten Lebensjahr scheiden. Er wuchs mit seinen drei Schwestern bei der Mutter in regelmäßigem Kontakt mit dem Vater auf. Nach den Schuljahren, deren letzte er in einem Internat bei Bonn verbrachte, und dem Abitur folgten Kriegs- und Fronterfahrungen und eine Rückkehr, die ihn nach Brüssel führte, wo er neben Weiterbildungsbestrebungen voll in das Kulturleben eintauchen konnte.

Dort lernte er die Anthroposophie näher kennen und wurde 1949 Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft.

Seine Ehepläne mit Rosalie stießen auf heftigen Widerstand des Vaters, der ihn 1950 in die Vereinigten Staaten schickte, wo ein kleines Tochterunternehmen einige Jahre zuvor begründet worden war. Kaum war er in Philadelphia, NY, angekommen, suchte er anthroposophisch interessierte Menschen und baute eine regelmäßige Arbeit auf. 1950 ist sein Sohn Peter, 1954 die Tochter Sylvia geboren.

Dank seines konsequenten Einsatzes als technischer Direktor gelang die Konsolidierung und der Ausbau des Familienunternehmens der Textilbranche. Er veranlasste eine starke Diversifizierung der Produktion und wurde nach und nach zum international tätigen Koordinator der Geschäftstätigkeit. Auch in der Anthroposophischen Gesellschaft übernahm er leitende Funktionen. Er wirkte von 1961-73 als Vorsitzender der nordamerikanischen Landesgesellschaft und von 1962-74 als ihr Generalsekretär.

Nach dieser Zeit, 1974, zog er sich von beiden Tätigkeitsfeldern zurück und widmete sich nach einer zweiten Eheschließung mit einer Musikwissenschaftlerin der esoterischen Arbeit. Er hatte stets eine besondere Beziehung zur Musik. Sein Klavier- und Cembalospiel verhalfen ihm zur inneren Ruhe.

Eine Krankheit seines Geschäftspartners zwang ihn jedoch 1977, die volle Verantwortung für den ganzen Konzern erneut zu übernehmen. Er führte neue Techniken der Zusammenarbeit, eine soziale Neugestaltung des Betriebes ein, indem er eine weitgehende Abteilungsautonomie schuf. Er entwarf ein großzügiges Weiterbildungsprogramm für die Mitarbeiter und arbeitete auf eine finanzielle Beteiligung der langjährig Angestellten hin.

Auf anthroposophischem Feld wirkte er nun als Lektor der Ersten Klasse der Freien Hochschule und als Vortragender an Tagungen und Seminaren.

Nach einem Vortrag bei der Sommertagung 1984 in Spring Valley, NY, starb er, als er gerade für den Schlussapplaus dankte. Er hinterließ alles wohlgeordnet bis in letzte Details.

Jan Pohl


Werke: Der Weg Amerikas, Stuttgart 1981; America’s Way, Edinburgh 1983;
Sacramental and Spiritual Communion, Spring Valley, NY, 1984; Kultische und
geistige Kommunion, Dornach 1985; Beiträge in NAA.
Literatur: von Asten, E., Schaefer, C., Church, G., Usher, S. E., Querido, R. M.,
Barnes, H.: Dietrich von Asten, in: NAA 1984, Nr. Autumn; Keller-von Asten,
H.: Dietrich von Asten, in: MaD 1984, Nr. 150.




Abkürzungen: siehe www.kulturimpuls.org

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