Eileen Hutchins
Hutchins, Eileen Morley

Waldorflehrerin.

*28.06.1902 Hay-on-Wye,Herefordshire (UK)
†09.10.1987 Stourbridge (UK)

Eileen Hutchins war Gründungslehrerin einer Waldorfschule und spielte eine wesentliche Rolle in der Waldorfbewegung Englands.

Eileen war ein begabtes Kind, das schon mit 14 Jahren Scott und Dickens las. Sie erhielt, zusammen mit ihrer Schwester Shirley, mit der sie stets eng verbunden blieb, eine strenge Erziehung. Die erste Shakespeare-Aufführung, die sie sah, war ein überwältigendes, lebensbestimmendes Erlebnis. Ihr Studium der englischen Literatur in Oxford schloß sie mit Auszeichnung ab. Sie war Zeit ihres Lebens eine besondere Kennerin nicht nur der Sagen und Legenden, sondern der gesamten schönen Literatur des Landes, einschließlich der Zeitgenossen. Sie wurde Lehrerin in Colwin Bay und in den 20-er Jahren in der Leeds High School, wo sie durch Edith Rigby die Anthroposophie kennen lernte. Am 14. November1930 wurde sie Mitglied der Maud Wilson-Gruppe der Anthroposophischen Gesellschaft in Leeds.

1931 unterrichtete sie als Mitarbeiterin von Sunfield die Kinder von Fried Geuter, bald kamen weitere Kinder, z. B. die Töchter der Familie Hauschka hinzu. So kam es zur Begründung der Elmfield School in Selly Oak, die 1935 als Waldorfschule anerkannt wurde. Sie lehrte dort an der Unter- und nach Ausbau der Schule an der Oberstufe. Die Schule mußte in den Kriegsjahren nach Clent umziehen, wurde dann 1946 in Park Hill, Stourbridge, wiedereröffnet. Sie leitete die Schule trotz des im Alter sich verschlechternden Seh- und Hörvermögens bis 1984 und spielte eine tragende Rolle in der landesweiten Schulbewegung, deren Zeitschrift, Child and Man, sie 1968 bis 1979 redigierte. Sie unterrichtete viele Jahre in der Lehrerausbildung und wirkte als geborene Märchenerzählerin, Autorin von Gedichten, Spielen, anschaulichen Kommentaren und von Fachliteratur, als Übersetzerin von Novalis sowie als vollkommen frei sprechende Vortragende.

Ihre letzten drei Lebensjahre verbrachte sie, stets heiter und interessiert, in einem Pflegeheim.

Sie war offen und treffend im Gespräch, eine zielstrebige, begeisterte Lehrerin. Sie vertrat die Waldorfpädagogik als Kulturfaktor, auch außerhalb der Landesgrenzen, humorvoll und mutig.

Jan Pohl


Werke: Introduction as Translator, in: Novalis: Sacred Songs, Aberdeen 1956;
Observation, Thinking, the Senses, Spring Valley [1975]; Education - The
Normal Child, in: Davy, J. [Ed.]: Work Arising from the Life of Rudolf Steiner,
London 1975; Parzival. An Introduction, London 1979, ³1992; Suggestions
for History Teaching in the Upper School, Forest Row o. J.; 7 Aufsätze in:
Jarman, R. [Ed.]: Child and Man Extracts, Forest Row o. J.; Introduction to
the Mystery Plays of Rudolf Steiner, London 1984; Foreword, Verses, Plays,
in: Heider, W. M. v. [Ed.]: Come Unto these Yellow Sands, Old Woking 1984;
The Teaching of Writing, in: Pusch, R. [Ed.]: Waldorf Schools, Bd. I, Spring
Valley 1993; Wolfram and Wagner, in: Mackaye Barnes, C.[Ed.]: For the
Love of Literature, Hudson 1996; Beiträge in AM, AQ, Arw, CaM, EK, GBl.
Literatur: Deimann 1987; Clement, D.; Whitfield, M., Kirkcaldy, M.: Eileen
Hutchins, in: ASN 1987, Nr. 6; Masters, B.: Previous Editors, in: CaM 1988,
Nr. 1.




Abkürzungen: siehe www.kulturimpuls.org

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