Ole-Falk Ebbell-Staehelin
Ebbell-Staehelin, Ole-Falk

Ingenieur, massgeblich am Bau des Zweiten Goetheanums beteiligt

*26.09.1879 Trondheim (Norwegen)
†12.11.1969 Bern (Schweiz)



Siebtes und jüngstes Kind in der Familie des Architekten Ole Falk Ebbell, Studium zum Bauingenieur, u.a. in Dresden, wo er seine zukünftige Frau Martha Stähelin aus Aarau kennenlernte.

Nach der Heirat Übersiedlung aus Norwe-gen nach Basel, wo Ebbell 1905 ein Inge-nieurbüro begründete und sich 1919 mit A. Leuprecht zum Ingenieurbüro Leuprecht und Ebbell zusammenschloss.

Ebbell wurde einer der ersten Bauingenieu-re, die mit Eisenbeton arbeiteten. Drei Bauwerke wurden ganz besonders wichtig für ihn: die Berninabahn, das Bürgerspital Basel und – als Höhepunkt seiner beruflichen Laufbahn – das Zweite Goetheanum. Bereits für die Konstruktion des Betonsockels des Ersten Goetheanum, das Heizhaus und das Haus Duldeck war er beauftragt worden. Mit der Konstruktion des Zweiten Goetheanum stand er aber vor einer Aufgabe, die ihn – nach eigenen Aussagen – zeitweise an die Grenzen seines Wissens, seiner Fähigkeiten und seiner Leistungsfähigkeit geführt haben. Er gab zu, mehrmals gezweifelt zu haben, ob sich der Bau mit den damaligen Mitteln überhaupt realisieren lassen würde. Seine Ingenieurarbeiten für diesen Bau gehören zu den bedeutendsen Pionierleistungen der Ingenieurkunst in den Anfängen des Betonbaues. „Wir bekamen die Profile, wie es aussen sein musste, manchmal auch eine innere Deckenfläche. Was aber dazwischen zu geschehen hatte, da war ich ganz frei! Ja, ich war als Bauingenieur sonst nirgends so frei, wie unter den Anthroposophen. Es war ideal. Ich konnte machen, was ich für richtig hielt.“ – Während der Bauzeit war es Ebbell, der Corbusier anlässlich dessen Besuch in Basel durch die Baustelle des Goetheanums führte.

Ebbell blieb als anerkannter Ingenieur bis zu seinem 73. Altersjahr in Basel tätig. Noch 1952 half er dem Architekten Baravalle bei der Berechnung für einen Stahlbetonträger, der im Zusammenhang mit dem Umbau des Grundsteinsaales eingezogen werden musste. Das Ingenieurbüro existiert noch heute unter dem Namen Lüem AG Ingenieurbüro. 1953 zog Ebbell nach Bern, wo er, an allen neuen Bauentwicklungen interessiert, seinen Lebensabend verbrachte. Rex Raab berichtet, wie er ihn dort 1963 besucht hat.

Hans Hasler


Literatur: Raab, R.: O.-F- Ebbell in N 1969, Nr. 51/52, S. 211; Raab, R:
Le Corbusier und das Goetheanum in: G 1966 Nr. 2, S. 14f;
Architekten-Verzeichnis in: Biesantz, H.: Das Goetheanum, Dornach 1978;
Rex Raab: «Besuch beim Bauingenieur Ole Falk Ebbell in Bern,
24. Januar 1963», Bericht im Archiv am Goetheanum.«Ole Falk Ebbell»,
Erinnerungen seines Enkels Sven Ebbell, Februar 2004. Archiv am Goetheanum.




Abkürzungen: siehe www.kulturimpuls.org

Copyright: Text und Bild sind urheberrechtlich geschützt. Reproduktion in jeglicher Form nur nach schriftlicher Genehmigung der Forschungsstelle Kulturimpuls, Dornach
© Forschungsstelle Kulturimpuls – Biographien Dokumentation – www.kulturimpuls.org