Walter Kühne
Kühne, Walter

*10.09.1885 Stettin (damals Deutschland)
†28.02.1970 Ebersdorf in Thüringen (Deutschland)

-- Biographische Archiv-Notiz --

Sein Vater August war Maurermeister. Er kaufte 1897 den Posthof Giesenhof in der Nähe von Stettin. So hat Walter seine Jugend auf dem Land und in Stadtnähe verbracht. Er studierte Bauingenieurwesen in Dresden und Danzig (1904-07), dann Nationalökonomie, Kunstgeschichte und Slawistik in München und Berlin. 1907 lernte er in München Edouard Schurés Buch "Die großen Eingeweihten" kennen und begann sich für die Anthroposophie zu interessieren. Rudolf Steiner erlaubte ihm, Mitgliedervorträge zu hören, schon bevor er 1908 Mitglied der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft wurde. Er hatte mehrere persönliche Gespräche mit Rudolf Steiner.

Er befasste sich mit der russischen, polnischen und tschechischen Sprache, mit Literatur, Musik, Kunstgeschichte und mit der Anthroposophie.

In München wohnte er in der vegetarischen Pension "Der Fruchtkorb".

1919 war er Leiter des Bundes für Dreigliederung, Ortsgruppe Berlin.

Vom 1. August 1920 bis zum 18. Januar 1921 war er, als Nachfolger von Hans Kühn, Geschäftsführer des Bundes für Dreigliederung. Rudolf Steiner hielt eine Ansprache zu seiner Amtseinführung.

Er war an der "Oberschlesischen Aktion" beteiligt.

Im Oktober 1920 sprach er in der dritten Woche der "Anthroposophischen Studienwoche", am 3.-8. Oktober 1921 in Breslau beim "Kursus über anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft".

Am 9. März 1922 hielt er am sozialwissenschaftlichen Tag des Anthroposophischen Hochschulkurses in Berlin einen Vortrag.

1920-29 besuchte er wiederholt als Vortragender tschechische Städte.

1930 war er Vertrauenspersönlichkeit der Anthroposophischen Gesellschaft.

Er beschäftigte sich auf Rat Rudolf Steiners mit den slawischen Idealisten.

Er rettete slawisches Geistesgut und betätigte sich als Schriftsteller. Seine 1938 erschienene Monographie über Cieszkowski wurde bald verboten.

Er kam gegen 1945 nach Ebersdorf in Thüringen, wo er 1970 verstarb. Hermann Ehret verwaltete seinen Nachlass. Im Jahr 2017 wurde der Nachlass übergeben an Josefus Zuchantke in Bolków, Polen. Ein weiterer Teil des Nachlasses ist im Schloss-Hamborn-Archiv im Verlag Ch. Möllmann in Schloss Hamborn.




Werke: seine vollständige Bibliographie umfasst 1060 Nummern. Tolstojs Entwicklung, Wandlung und Denkweise, Berlin 1913; Rudolf Steiners Lebenswerk, Breslau 1921; Professor Max Dessoirs Methode, die Anthroposophie Rudolf Steiners darzustellen und zu kritisieren, Breslau 1922; Im Kampfe um die Anthroposophie, Breslau 1922; Rudolf Steiners Stellung im weltgeschichtlichen Wandel, Breslau 1922; Die Entwicklung der deutschen Musik bis Mozart, Stettin 1934; Graf August Cieszkowski, ein Schüler Hegels und des deutschen Geistes, Leipzig 1938, Nendeln ²1968; Autobiographie, Radolfzell 1985; Beiträge zum Verständnis deutsch-polnischer Kulturgemeinschaft; Bd. I/II, Radolfzell 1986; Polnische Romantik, Rendsburg 1987; Prager Erinnerungen, Radolfzell 1987, ²1992; Die Stuttgarter Verhältnisse, Schaffhausen 1989; Die Erlebnisse eines Polonisten, Rendsburg 1995; Beiträge in Sammelwerken und in A, AÖ, DD, G, I, K, N, OeB, WdN.
Literatur: Ehret, H.: Nachruf auf Walter Kühne, in: N 1970, Nr. 31, auch in: MaD 1970, Nr. 92; Hagemann, E.: Bibliographie der Arbeiten der Schüler Dr. Steiners, o. O. 1970; Schöffler 1987; GA 257, 1989 (4. Aufl.); autobiographische Schriften (siehe Werke).




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