Max Maximilian Benirschke
Benirschke, Max Maximilian August

Architekt.

*07.05.1880 Wien (Österreich)
†28.09.1961 Düsseldorf (Deutschland)

Max Benirschke hat viele Jahre hindurch die anthroposophische Arbeit in Düsseldorf wesentlich mitgestaltet.

Er wuchs naturverbunden auf einem mährischen Gutshof auf. Das Gymnasium besuchte er ungern, aber erst nach einer schweren Erkrankung durfte er seiner Neigung folgend sich kunstgewerblich bilden. Zum Studium an der Kunstgewerbeschule ging er mit 18 Jahren nach Wien. Begabt und eifrig, wurde er in der Schule bald anerkannt und gerne gefördert, insbesondere von Professor Josef Hoffmann. Er erhielt Stipendien für Studienfahrten, Arbeiten von ihm wurden in Zeitschriften veröffentlicht und er konnte ein eigenes Atelier einrichten. In Kirchschlag bei Linz renovierte er das „Bründlhaus“ der Familie Teutschmann.

1903 kam der bekannte Architekt Peter Behrens nach Wien und suchte Lehrer für die neue Kunstgewerbeschule in Düsseldorf. Professor Hoffmann empfahl seinen Lieblingsschüler Max Benirschke und damit entschied sich dessen weiteres Schicksal. In Düsseldorf lehrte er, gestaltete Kunstausstellungen, baute Kirchen, Gemeinde- und Wohnhäuser, bis ihm 1934 das Lehren und Bauen verboten wurde.

Schon am 30. November 1904 begegnete er Rudolf Steiner, der einen Vortrag in Düsseldorf hielt. Benirschke schloss sich dem theosophischen Arbeitskreis an und besuchte alle Vorträge Rudolf Steiners, die in der Nähe stattfanden. Am 28. August 1913 war er Mitwirkender bei der allerersten Eurythmie-Vorführung in München. 1918-28 wirkte er als Zweigleiter, 1919 als Ortsgruppenleiter für die Dreigliederungsarbeit in Düsseldorf.

Neben dem Zweighaus, das 1920-21 eröffnet wurde, baute er einen Eurythmiesaal mit Oberlicht.

1946 half Max Benirschke beim Wiederaufbau der anthroposophischen Arbeit in der britischen Zone kräftig mit. Ab Mai 1947 gehörte er mit Carl Brestowsky, Josef Deibele u.a. zum verantwortlichen Gremium. Er hielt zahlreiche Vorträge, Kurse und leitete Arbeitskreise. In einem dieser Arbeitskreise lernte 1948 Josef Beuys Anthroposophie kennen. Bald wurde Max Benirschke Mitglied des Vertreterkreises der Deutschen Landesgesellschaft als Vertreter Nordrhein-Westfalens. So lange es seine Gesundheit erlaubte, scheute er keine langen Reisen und anstrengenden Sitzungen für die anthroposophische Sache. Er wirkte auch als Lektor der Ersten Klasse der Freien Hochschule.

Er starb am 28. September 1961 nach monatelanger Krankheit.

1964 veranstaltete die Sektion für Bildende Künste der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft im Blauen Saal des Goetheanum eine Gedächtnisausstellung mit Plänen und Entwürfen für Bahnhöfe und Flugzeughallen, mit Studien zur Formen-Metamorphose u.a.

Jan Pohl


Literatur: Knauer, H.: Rheinland-Westfalen, in: MaD 1947, Nr. 1; Brestowsky,
C.: Max Benirschke, in: MaD 1962, Nr. 60; Deibele, J.: Düsseldorf, in: MaD
1963, Nr. 66; Schöffler 1987; Bind, R.: Günther Mancke erzählt von Beuys, in:
G 1994, Nr. 27; Plato, B. v. [Hrsg.]: Anthroposophie im 20. Jahrhundert,
Dornach 2003.




Abkürzungen: siehe www.kulturimpuls.org

Copyright: Text und Bild sind urheberrechtlich geschützt. Reproduktion in jeglicher Form nur nach schriftlicher Genehmigung der Forschungsstelle Kulturimpuls, Dornach
© Forschungsstelle Kulturimpuls – Biographien Dokumentation – www.kulturimpuls.org