Friedrich Prinz von Sachsen-Altenburg
Prinz von Sachsen-Altenburg, Friedrich Ernst Karl August Adalbert

Historiker, Archäologe.

*13.05.1905 Potsdam (Deutschland)
†23.02.1985 Rosenheim (Deutschland)



Seine Energien und Interessen kannten keine Grenzen. Er war ein charmanter, wacher Weltmann und ein liebenswerter „Wirbelwind“, den seine engeren Freunde und Verwandten „Fritz, den Plötzlichen“ nannten, denn er konnte oft unvermittelt erscheinen oder verschwinden. Jedes Gespräch mit ihm war ein Gewinn und zeigte auch seine weitgespannte Bildung und Menschlichkeit.

Prinz Friedrich Ernst wurde als viertes und jüngstes Kind des damaligen Prinzen und späteren Herzogs Ernst II. von Sachsen-Altenburg und dessen Frau Prinzessin Adelheid von Schaumburg-Lippe geboren. 1908 zog die Familie nach Altenburg. Nach Schulzeit und Abitur in Dresden, studierte Prinz Friedrich Ernst Geschichte und Archäologie, vorwiegend in Jena und Marburg. Studien in Englisch, Griechisch, Kunstgeschichte und Psychologie an verschiedenen Orten des In- und Auslandes schlossen sich an. Bemerkenswert waren seine späteren Ausgrabungsarbeiten: an den byzantinischen Kaiserpalästen in Konstantinopel, besonders aber die Forschungen in Mexiko und Venezuela über die Zapoteken, Azteken und Tolteken. Zahlreiche Vorträge darüber begeisterten die Zuhörer. – In Berlin war er bei Ausgrabungen im Altarraum der Tempelritter-Kirche beteiligt. Seine letzten Ausgrabungsarbeiten waren dann bei Unterlengenhardt im Schwarzwald am Mahdbrunnen.

1926 wurde er Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft.

Durch Malariaerkrankung vom Kriegsdienst befreit, hielt er während des Krieges zahlreiche kulturgeschichtliche Vorträge bei Luftwaffeneinheiten und in Lazaretten.

1946 holte er die Zarentochter Anastasia heimlich aus der Sowjetzone, um sie dem Machtbereich der Russen zu entziehen. Jahrelang betreute und unterstützte er sie und wurde 1949 ihr Bevollmächtigter. Vor ihrer Übersiedelung nach Amerika verschaffte er ihr in Unterlengenhardt eine Wohnmöglichkeit. Er war fest von ihrer Identität überzeugt.

Im Bestreben nach dauerhaftem Wirkungskreis half Prinz Friedrich Ernst ab Oktober 1949 in der Stuttgarter Waldorfschule als Geschichts- und Englischlehrer aus und machte auf die Schüler durch seinen Enthusiasmus und seine lebendigen Darstellungen einen nachhaltigen Eindruck. Im Altenwerk in Schloß Hamborn, wo sein Bruder Georg Moritz von Sachsen-Altenburg lebte, hielt er u.a. Vorträge über das Leben der Heiligen Elisabeth und half auch dort beim Unterricht in der Rudolf Steiner-Schule aus.

Er war überall zu Hause, doch nirgends gebunden, strahlte aber gerade dadurch in viele Menschenkreise hinein, befruchtend und anregend.

Martin Sandkühler


Werke: Das Rätsel der Madame Royale. Hildburghausen 1991.
Literatur: keine.




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