Nikolai Nikolaj Belozwetow Belocvetov
Belozwetow Belocvetov, Nikolai Nikolaj Nikolajevich

*03.05.1892 St. Petersburg (Russland)
†12.05.1950 Mülheim-Ruhr (Deutschland)



-- Biographische Archiv-Notiz --

Ältester Sohn des Generaldirektors der russisch-deutschen Versicherungsgesellschaft Salamander.

Sein Vater hieß auch Nikolai und stammte aus orthodoxer Priesterfamilie, die Mutter Warwara, geb. Theakson, ihre Ahnen kamen im 18. Jahrhundert nach Russland.

Nikolai ist in einem reichen Haus mit vielfältigem Kulturprogramm, hauptsächlich in Zarskoje Selo, aufgewachsen. Drei Schwestern und ein Bruder gehörten zur Familie.

Er besuchte die Deutsche Schule in St. Petersburg bis 1909, spielte Klavier, war ein guter Tänzer und Schlittschuhläufer.

Er studierte an der Philosophischen Fakultät der Universität St. Petersburg, häufig war er auf Auslandsreisen.

1912 ist er Mitglied der Theosophischen Gesellschaft. Er war Dichter und Philosoph.

1917-20 hielt er sich versteckt in Russland auf. Er hielt 1918 in der Anthroposophischen Gesellschaft in Moskau eine Vortragsreihe über den russischen Gral.

Vor Ende 1920 Ehe mit Maria Emiljevna Leitnekker-Demsky, die später die Frau Tombergs wurde. Die Tochter Ludmilla wurde 25. Dezember 1935 geboren.

1921 flüchtete er über Finnland nach Berlin, wo er aktiv an der literarischen und anthroposophischen Arbeit teilnahm.

Er übersetzte die vier Mysteriendramen ins Russische.

1921-40 hielt er Vorträge in Berlin, Paris, Riga, Reval u.a., trug im Freundeskreis seine Gedichte und dramatischen Werke vor.

Er begegnete Rudolf Steiner persönlich.

Am 23. März 1928 wurde in Berlin aus den verschiedenen russischen anthroposophischen Kreisen in Berlin eine gemeinsame Gruppe ins Leben gerufen. Man traf sich in seiner Wohnung.

1933 übersiedelte er nach Riga, dort arbeitete er mit Tomberg zusammen.

Eine zweite Ehe schloss er am 30. Juni 1933 in Riga mit Anna Stockmar aus Moskau.

Nach 1933 war er in Riga Vorsitzender des dortigen Zweiges.

1941 musste er bei der Ausreise aus Riga seine Manuskripte verbrennen. Er kam nach Stuttgart.

1942 reparierte das Ehepaar in Stuttgart Regenmäntel, er arbeitete weiter schriftstellerisch und hielt in kleinen Kreisen Vorträge.

Er erhielt die deutsche Staatsbürgerschaft.

1947 zogen sie zu Tombergs nach Mülheim/Ruhr, sie wurden römisch-katholisch. Auch hier hielt er Vorträge, ein neuer Freundeskreis entstand.

1948 erkrankte er und wurde nicht mehr gesund.




Literatur: Fedjuschin, V. B.: Rußlands Sehnsucht nach Spiritualität, Schaffhausen 1988; Zimmermann-Belozwetow, L.: Nikolai Belozwetow, in: La 2000, Nr. 2 – 4; Heckmann, L.: Valentin Tomberg, Leben und Werk, Bd. I 1, Schaffhausen 2001; Plato, B. v. [Hrsg.]: Anthroposophie im 20. Jahrhundert, Dornach 2003.
Werke: Fremdlingslieder, Stuttgart 1942; Das Buch des Russischen Gral, o. A.; Die leidtragenden Wesenheiten der geistigen Welt, o. J.; Die Anthroposophie als Phänomen, Stuttgart 1981; zahlreiche Werke in russischer Sprache, darunter: Religija tvorcheskoj voli, Petrograd 1915; Kniga o russkom grale, Moskau 1918; Saturn v svete razuma, Berlin 1929; Dikij med‘ (L), Berlin 1930; Duhovnyj put‘ Rudolfa Steinera, Paris o. J.; Duholjubie, Riga 1932; Selest, Riga 1936; Zhatva (L), Paris 1953; Beiträge in Ay und G.




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