Maria Strauch-Spettini
Strauch-Spettini, Maria
geb.: Speckien, verheiratet: von Strauch
Pseudonym/Varianten: Spettini

*17.06.1847 Königsberg (damals Deutschland)
†28.12.1904 St.Petersburg (Russland)



-- Biographische Archiv-Notiz --

Den Vater hatte Maria Speckien früh verloren, zwei Brüder waren in die Fremde gezogen, so wuchs sie allein mit der Mutter in Königsberg auf. Als 16-Jährige war sie vom Sommertheater in Bad Cranz an der Ostsee beeindruckt. Sie lernte in Luckenwalde bei Berlin mit Fleiß und Energie. 1863-64 hatte sie am Stadttheater Leipzig kleine Rollen inne, dann bekam sie die Rolle des Gretchen. Sie zog weiter, u.a. nach Hamburg, und war danach 1878-79 Schauspielerin am Dresdener Hoftheater.

Schließlich kam sie nach St. Petersburg. Sie war lange Jahre die Zierde des dortigen Deutschen Theaters, das während der Regierungszeit Alexanders des Zweiten eine Blütezeit erlebte. 1883 heiratete sie den Garderittmeister von Strauch, der damals schon im Zivilleben stand. Ihr Sohn Johannes wurde Hochschullehrer.

Mit der Heirat zog sie sich ins Privatleben zurück, sie pflegte die reine Vortragskunst und die Erziehung junger Menschen für die Bühne. Bis kurz vor ihrem Tode führte sie Vortragsabende durch.

Sie war eine künstlerisch tief empfindende Frau mit warmer Menschenliebe, sie stand in Kontakt mit französischen Theosophen.

1887 lernte sie Marie von Sivers bei deren Schulabschlußfeier in St. Petersburg kennen. Sie befreundete sich mit Marie von Sivers und wurde ihre engste Freundin und Lehrerin in der Kunst der Rezitation und der dramatischen Darstellung. Sie wollte Marie von Sivers dazu bewegen, sich der Bühne zu widmen.

1897 führte sie Regie bei Szenen aus Maria Stuart und einem französischen Lustspiel anläßlich einer Jubiläumsfeier des Feldmannschen Institutes. Die Hauptrolle spielte in beiden Stücken Marie von Sivers.

1898 hielt sich Maria Strauch-Spettini in Reval auf. Sie reiste dann mit Marie von Sivers nach Wien und Berlin. In Berlin lernten die beiden Rudolf Steiner kennen.

Seit Herbst 1902 bemühte sie sich, in St. Petersburg den Grund zu einer deutschen theosophischen Bewegung zu legen. Sie gründete dort eine Arbeitsgruppe.

Im Sommer 1903 wurde sie zusammen mit Marie von Sivers von Rudolf Steiner in Goethes Märchen eingeführt.

Sie war für Rudolf Steiner eine Inspirationsquelle bei den Mysterienspielen. Alice Fels vermutete, daß man in ihr das Urbild Marias in den Mysterienspielen sehen könnte. Durch Marie von Sivers erhielt sie von Rudolf Steiner im Sommer 1903 die Mitgliedskarte der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Mit Rudolf Steiner hatte sie Briefkontakt.




Literatur: Steiner, M.: Rudolf Steiner in München, in: N 1925, Nr. 34; Fels, A.: Zur 33-jährigen Wiederkehr der Uraufführung, in: N 1943, Nr. 34; Wiesberger, H.: Aus dem Leben von Marie Steiner-von Sivers, Dornach 1956; dies.: Von Goethes Rätselmärchen, in: BGA 1971, Nr. 36; Groddeck, W.: Dem Gedenken von Marie Steiner-von Sivers, in: BGA 1973, Nr. 43/44; GA 152, ²1980; GA 154, ²1985; Fedjuschin, V. B.: Rußlands Sehnsucht nach Spiritualität, Schaffhausen 1988; Wiesberger, H.: Marie Steiner-von Sivers. Ein Leben, Dornach 1988; Christensen, T.: Russlands lengsel efter spiritualitet, in: L 1990, Nr. 2-3; GA 155, ²1994.




Abkürzungen: siehe www.kulturimpuls.org

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