Bernhard Weyrather
Weyrather, Bernhard

Architekt.

*29.01.1886 Düsseldorf (Deutschland)
†16.05.1946 Dresden (Deutschland)



Das Künstler-Ehepaar Weyrather war seit Ende des Ersten Weltkriegs mit der Entwicklung der Anthroposophischen Bewegung in Dresden verbunden.

Bernhard Weyrather war Architekt und seine Frau Gertrud, geb. Engau, Kunstgewerblerin. Sie lernten sich in Düsseldorf kennen, als sie beide an der dortigen Kunstgewerbeschule studierten. Ein erster Bezug zu Dresden wird bei der 3. Deutschen Kunstgewerbeausstellung in Dresden 1906 sichtbar, für die Bernhard Weyrather die Ausschreibung für den Beitrag der Düsseldorfer Schule gewann. In dieser Zeit lernten sie auch die Anthroposophie kennen, als Bernhard Weyrather im Atelier des Architekten Max Benirschke arbeitete, der zum Bau des ersten Goetheanum hinzugezogen werden sollte. Die vier Kriegsjahre verbrachte Bernhard Weyrather als Soldat im Feld. Nach dem Krieg ließ er sich mit seiner Frau in Dresden, später Radebeul bei Dresden, nieder und beide wurden im November 1920 Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Sie verbanden sich mit dem Bildhauer Walter Kniebe und dem Baumeister Gustav Ziller zu einer Arbeits- und Wohngemeinschaft, die zu einem Zentrum des anthroposophischen Lebens in Dresden wurde. So haben sie die ersten anthroposophischen Studienwochen in Dresden im September 1921 mit einer Eurythmie-Aufführung der Dornacher Gruppe unter Marie Steiner organisiert, setzten sich für die Veranstaltung grundlegender Vorträge über Anthroposophie und Dreigliederung ein, ermöglichten die vorbereitenden Maßnahmen zur Gründung der Christengemeinschaft in Dresden und unterstützten tatkräftig die Entstehung der Dresdener Waldorfschule.

Über 20 Jahre hat Bernhard Weyrather in Dresden als freischaffender Architekt in Zusammenarbeit mit seiner Frau Gertrud gewirkt, die schon früh durch ihre bemerkenswerten Kunststickereien und Batikarbeiten bekannt geworden war. Jedes Bauvorhaben wurde bis ins letzte Detail mit hingebungsvoller Gründlichkeit bearbeitet. Dazu gehörten auch die Innenraumgestaltung, Entwürfe für Mobiliar und die Beleuchtungskörper, wobei Gertrud Weyrather die malerische und farbige Gestaltung übernahm. Ein wichtiges Bauwerk seines Schaffens war 1935 die Kirche der Christengemeinschaft, die bei dem Bombardement Dresdens im Februar 1945 vernichtet wurde. Durch seine pädagogischen Fähigkeiten half Bernhard Weyrather vor allem jungen Menschen, die bei ihm arbeiten durften oder sich um Rat an ihn wandten. Vielen ist er durch sein Verständnis ein hilfreicher Wegbereiter zu den Quellen der Anthroposophie geworden.

Nach kurzem Krankenlager starben beide nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Dorothea Weyrather


Literatur: In memoriam, in MaD 1951, Beilage zu Nr. 18.




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