Percy MacKaye
MacKaye, Percy

Dichter.

*16.03.1875 New York City (USA)
†31.08.1956 Plainfield, New Hampshire (USA)







Percy MacKaye war Dichter, Dramenschriftsteller und ein Pionier des Gesellschaftsdramas in den Vereinigten Staaten.

Er war der vierte Sohn von James Steele und Mary Medbury MacKaye. Sein Vater Steele MacKaye war ein Theater-Genie und einer der größten Hamlet-Darsteller der Welt. Er entwickelte seine eigene Bewegungs- und Ausdruckskunst, bekannt als Harmonische Gymnastik. Sein Lebensziel war, das Theater zu einer starken Kraft des künstlerischen und moralischen Lebens des amerikanischen Volkes zu erheben. Schon Percys Großvater wie auch die Großmutter mütterlicherseits spielten eine Rolle im öffentlichen Leben.

Percy MacKaye verbrachte seine Kindheit größtenteils in New York City. Er schloss seine Studien am Harvard College 1897 mit cum laude ab. Er durfte die Festrede bei der Abschlussfeier halten und wählte als Thema „Imagination, die Forderung für das Drama der Gegenwart“.

Percy MacKaye und Marion Morse MacKaye heirateten am 8. Oktober 1898. Ihre Lebensgemeinschaft blieb lebenslang kreativ. Ihre Kinder waren Robert Keith MacKaye, Arvia MacKaye Ege und Christy MacKaye Barnes.

Percy MacKaye publizierte Gedichte, Dramen und Spiele, Essays, biografische und volkskundliche Arbeiten. Sein Lebenswerk umfasst über 100 Bände. 25 Dramen wurden aufgeführt, seine Hamlet-Tetralogie 1949 in Pasadena. Im Band „Im andern Land/In Another Land“ übersetzten Albert Steffen und MacKaye wechselseitig ihre Gedichte. Beide strebten „therapeutische Dichtungen“ an. Sein wichtigstes biografisches Werk ist „Epoch“, das Leben von Steele MacKaye.

Percy MacKaye hatte einen widerspenstigen Haarschopf und die Augen eines Feuergeistes. Eine keltische Elementarkraft verband sich in ihm mit der Zartheit des Dichters. Er wollte der Sänger der Seele Amerikas sein. Selber Weltbürger, lehrte er die Menschen die Legenden, die Geschichte und die Aufgabe ihres Landes.

Seine führende Rolle in der Entwicklung des Gesellschaftsdramas erreichte Höhepunkte, als er 1913/14 von der Stadt St. Louis gebeten wurde, ein Jubiläumsstück zu schreiben, und als er je ein Werk 1916/17 für den 300. Todestag Shakespeares bzw. 1931/32 für den 200. Geburtstag von George Washington in Auftrag erhielt. Diese Stücke wurden von Tausenden von Mitwirkenden für Hunderttausende von Zuschauern aufgeführt.

Während der frühen 20er-Jahre war Percy MacKaye einer der anerkannten Dichter und Dramenschriftsteller des Landes neben Robert Frost, Edwin Arlington Robinson und Edgar Lee Masters bzw. William Vaughn Moody und etwas später Thornton Wilder. Er unterrichtete Poetik und Volkskunde am Rollins College in Winter Park, Florida, und war 1929 Redakteur einer Zeitschrift für Volkskunde.

Alle drei Kinder Percy MacKayes kamen mit der Anthroposophie in Berührung und verbrachten eine Zeit in Dornach oder seiner Umgebung. Arvia machte ihren Vater mit den Werken von Albert Steffen bekannt, die ihn beeindruckten. So nahm das Ehepaar Mitte der 30er-Jahre mit Steffen Kontakt auf und sie befreundeten sich. Percy MacKaye schrieb über die Basler Aufführungen von Steffens „Die Friedenstragödie“ einen großen Aufsatz in der New York Times.

Während einer Reise in Frankreich starb Marion MacKaye am 1. Juni 1939. Percy blieb in Dornach, bis er im Juni 1940 wieder nach Amerika zurückkehrte. Seine Freundschaft und dichterische Arbeitsverbindung mit Albert Steffen pflegte er bis zu seinem Tode im August 1956 weiter.

Henry Barnes


Werke: Johnny Crimson, Boston 1895; Fenris the Wolf, New York 1905; Sappho and Phaon, New York 1907; The Scarecrow, New York 1908; A Garland to Sylvia, New York 1910; The Civic Theatre in Relation to the Redemption, New York 1912; Saint Louis: A Civic Masque, New York 1914; Canterbury Pilgrims, New York 1916; Caliban, New York 1916; Community Drama, Boston 1917; Jeanne d’Arc, New York 1922; This Fine Pretty World, New York 1924; Epoch: The Life of Steele MacKaye, Bd. I/II, New York 1927, ²1968; Gettysburg, New York 1928; Kentucky Mountain Fantasies, New York 1933; The Far Familiar, London 1938; Im andern Land/In Another Land, Dornach 1939; My Lady Dear, Arise!, Basel 1940; The Excellence of Albert Steffen, New York 1943; The Mystery of Hamlet, King of Denmark or What we Will, New York 1950; Übersetzungen ins Deutsche, Französische und Italienische erschienen; zahlreiche Beiträge in EaA, F, G, ThD.
Literatur: Steffen, A.: Zur Vorlesung von Percy MacKaye, in: G 1936, Nr. 52; ders.: Ansprache, in: N 1941, Nr. 20; Ege, K.: Percy MacKaye, in: G 1956, Nr. 43; Barnes, H.: Percy MacKaye. Eine Einführung, in: G 1957, Nr. 43; Baker, D.: Erinnerungen an Percy MacKaye, in: G 1975, Nr. 11; MacKaye Ege, A.: Aus dem Leben von Percy MacKaye, in: G 1975, Nr. 28; dies.: Dichterfreundschaft zwischen zwei Kontinenten, in: ThD 1975, Nr. 7; dies.: The Power of Impossible, Falmouth 1992.




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