Ita Wegman
Wegman, Ita Maria

Ärztin, Mitglied des Gründungsvorstandes der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum.

*22.02.1876 Kravang, Java (damals Niederländisch-Indien)
†04.03.1943 Arlesheim (Schweiz)































Ita Wegman ist die erste anthroposophische Ärztin (Allgemeinmedizin, Gynäkologie). Sie ist Klinikgründerin, Gründungsvorstandsmitglied der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft, Mitbegründerin und Leiterin der Medizinischen Sektion am Goetheanum, Hauptaktionärin und Gründungspräsidentin der Internationalen Laboratorien und der Klinisch-Therapeutischen Institut AG (I.L.A.G.). Ita Wegman ist Inauguratorin einer Heilkunst, in der sich moderne Naturwissenschaft und esoterisches Christentum verbinden.

Auf einer Zuckerplantage im Westen Javas geboren, umschließt ihr Leben bis zu ihrem Tod 1943 in Ascona 67 Jahre Entwicklung, Studium, ärztliche Praxis sowie Erarbeitung der anthroposophischen Medizin und kosmopolitisches Engagement im Vertreten der Anthroposophie. Sie ist das zweite von sechs Kindern. Vater Hendrik, ökonomisch begabt, verwaltet die Zuckerfabrik. Mutter Henriette ist eine feingliedrige Frau mit der Fähigkeit, auch den Leiden des Lebens kraftvoll zu begegnen. Von den Geschwistern ist der Halbbruder Victor der Älteste, er stirbt 1900 27-jährig.

Nach Ita Maria werden vier weitere Geschwister geboren: Charlien, mit der sie Kindheit und Jugend verbrachte; Hendrika, die einjährig starb; Mantha, der geistig behindert war; Henry, der neunjährig starb.

18-jährig lernt Wegman auf der Rückreise von einem Europaaufenthalt einen jungen Offizier kennen und verlobt sich mit ihm. Als der junge Mann kurz darauf infolge einer tuberkulösen Lungenentzündung verstarb, mag für sie der Entschluss gereift sein, ihr Leben verstärkt der inneren geistigen Arbeit zu widmen. Sie beginnt mit einer Freundin theosophische Bücher zu studieren und vegetarisch zu leben. Infolge einer schweren Erkrankung ihres Vaters siedelt die Familie nach Europa um. Wegman wird 1902 in Berlin Mitglied der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft. Bald gehört sie zu Steiners engstem Schülerkreis. 1906–11 studiert sie auf seine Anregung hin Medizin, nachdem sie zuvor in Holland und Berlin verschiedene Massage- und Heilgymnastiktechniken erlernt hatte. Marie Steiner rät Zürich als Ort des Studiums, indem sie (1905!) voraussagt, dass die anthroposophische Bewegung in die Schweiz kommen würde.

Zunächst sorgt Wegman mit dafür, dass Steiner auch in die Schweiz zu Vorträgen und Vortragszyklen kommt und verfolgt während ihrer klinischen Lehrjahre das Baugeschehen auf dem Dornacher Hügel. Wir wissen nicht, ob Steiner schon 1913 Wegman nahe gelegt hat, auf der Wiese südöstlich vom Goetheanum ein 100-Betten-Krankenhaus zu beginnen, was für 1924 als Hoffnung Steiners dokumentiert ist (Zeylmans, Bd. 1, S. 65). Nach ihrer Fachausbildung als Allgemein- und Frauenärztin beginnt Wegman am 1. Juli 1917 in Zürich-Hottingen ihre eigene Praxis. Bereits hier kann sie drei bis vier Patienten im Hause aufnehmen sowie Bäder- und Massagebehandlungen durchführen. Auch gelingt ihr zusammen mit dem Züricher Apotheker Adolf Hauser die Herstellung des ersten Mistelpräparates Iscar zur Krebsbehandlung.

Im April 1919 eröffnet sie mit einer Kollegin eine große Genossenschafts-Privatklinik. Nach 14 Jahren Studium und Arbeit in Zürich verlegt sie die Praxis nach Basel, um enger mit Rudolf Steiner zusammenarbeiten zu können. Im Juni 1921 eröffnet sie ihre Klinik in Arlesheim, wo Steiner mit ihr in den wenigen Jahren bis zu seiner Erkrankung Michaeli 1924 und seinem Tod am 30. März 1925 noch an die 500 Patienten sieht und mit Wegman deren Behandlung berät. Seine Anregungen umsetzend und selbst die entscheidende Frage zur esoterischen Vertiefung moderner Medizin stellend, kann so die Konzeption einer abendländisch-christlichen Heilkunst entstehen, einer Natur- und Geisteswissenschaft umfassenden integrativen Medizin.

Ita Wegman studierte die spirituelle Medizin der griechischen und vorderasiatischen Mysterien und fragte nach deren Metamorphose und Neuimpulsierung durch den Geist des Christentums. Gott Merkur offenbarte in vorchristlicher Zeit das heilende Wirken der Elemente und die ordnenden Kräfte des Makrokosmos. In der nachchristlichen Zeit kann die Quelle der Heilung einerseits im Verstehen und Handhaben der geistig-physischen Eigenschaften der chemischen Stoffe und Natursubstanzen gefunden werden. Andererseits liegt sie im Wesen menschlicher Beziehungen selbst verborgen, wenn diese durch die Kraft des höheren Selbst inspiriert und geordnet werden im Sinne des Pauluswortes: „Nicht ich, sondern Christus in mir“ und der alchemistischen Formel: „Christus verus mercurius est“. Sieben Jahre nach Steiners Tod kann sie diese Studien auf einer ausgedehnten griechischen Reise zusammen mit der Kollegin Ilse Knauer vertiefen, insbesondere auf Samothrake, in Eleusis und Ephesus.

Zeitgenossen schildern Wegman als königlich in Gang und Geste, mit kraftvollen und doch zartsinnig-ausdrucksstarken Händen, blauen Augen, die hell und warm strahlten, den anderen ganz aufnehmen, aber auch tief prüfend blicken konnten. Ihre Sprache war herzlich offen mit dem unverwechselbaren holländischen Akzent und ihr Zuhören von einer Intensität, wie es keiner, der es je erlebt hat, vergessen konnte. „Sie kennt den Menschen“, so hat Rudolf Steiner wiederholt über sie gesagt. Selber mit allen hellen und dunklen Seelenregungen in sich vertraut, war ihr nichts Menschliches fremd. Entsprechend offen, impulsiv und unbefangen konnte sie sein, ohne Vorbehalt und Rückendeckung, stets ehrlich, auch wenn ihr Gegenüber dieser Haltung kein Verständnis entgegen brachte. Dies konnte dann auch Widerstand wachrufen und Enttäuschungen nach sich ziehen, die konstruktiv zu verarbeiten und auf sich zu nehmen für sie selbstverständlich war.

Es machte dieser Charakterzug aber auch große innere Durchbrüche und Schicksalswendungen möglich. So im Erleben des Goetheanum-Brandes und der Wahrnehmung Rudolf Steiners während der Brandnacht. Selbstbewusste Eigenwilligkeit und unendliche Scheu dem geliebten Lehrer gegenüber hatten es ihr zuvor unmöglich gemacht, auch ihm so offen, rein menschlich-brüderlich begegnen zu können. Nun lag es in ihrem Schicksal, ihn von 1923 an als nah vertrauter Mensch, enge Mitarbeiterin und in den letzten Lebensmonaten auch als Ärztin zu begleiten. Am 11. Juni 1924 schrieb er ihr aus Koberwitz während des Landwirtschaftlichen Kurses: „Die geistigen Mächte, deren Ausdruck die Anthroposophie ist, sehen wohlwollend, liebend, wie ich mich stütze nunmehr auf die Liebe, die ich hege zu Deiner von mir so hochgeschätzten Seele, und die ist mir die stärkste Stütze.“ (Zeylmans, Bd. 1, S. 207) Und am 14. Juni 1924: „Ich stütze mich auf Deine Liebe.“ (Ebd., S. 209) Im Schockerleben der Brandnacht waren gleichsam durch die Flammen hindurch Bilder aus früheren Erdenleben aufgestiegen und die Gewissheit, dass sie ihr weiteres Leben ganz der Mitarbeit an Steiners Menschheitsaufgabe widmen und ihren Anteil daran erkennen will. So erstaunt es auch nicht, dass sie bereits am Neujahrstag 1923 ein Komitee zum Wiederaufbau des Goetheanum gründet und über Freunde und ehemalige Patienten in Holland, Deutschland und England um Spendengelder bittet.

Nach Steiners Tod widmet sie ihre Arbeitskraft ganz dem Aufbau der anthroposophisch-medizinischen Bewegung – immer jedoch verbunden mit der sie bis ans Lebensende begleitenden praktisch-ärztlichen Aufgabe. Schwerpunkte von Wegmans Sektionsleitertätigkeit sind auf geistigem Felde ihre inspirierende Zusammenarbeit mit Ärzten, Medizinstudenten, Pharmazeuten, Krankenschwestern, Heilpädagogen, Therapeuten, Diätfachleuten und Forschern, die sie in Gesprächen und in einer umfangreichen Fachkorrespondenz beriet. Schon 1925 hatte sie den ersten Ausbildungskurs für Krankenschwestern veranstaltet. Sie leitete die regelmäßig stattfindenden ärztlichen Weiterbildungen und Fachtagungen, begründete 1926 „Natura, eine Zeitschrift zur Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlicher Menschenkunde“, die bis 1940 erschien. Sie trifft sich mit interessierten Medizinstudenten (u.a. Walther Bühler, Gisbert Husemann, Walter Holtzapfel), veranstaltet öffentliche Tagungen und trägt wesentlich zum Gelingen der Londoner Weltkonferenz 1928 und des „Kamp de Stakenberg“ 1930 in Holland bei, für das sie mit Walter Johannes Stein zusammen ein Persephone-Mysterienspiel schreibt (RMG 1995, Nr. 10). Auf Reisen, durch Arbeitsbesuche sowie Kontakte mit anderen sozial und kulturell verwandten Bestrebungen macht sie die anthroposophische Medizin bekannt. Daneben veranlasst bzw. unterstützt sie Klinikgründungen in Figino, Den Haag, Gnadenwald (1931) und Ascona (1936), Therapiezentren in Berlin und London (1931). Sie fördert und begleitet die Begründung der heilpädagogischen Institute Holle/Sonnenhof, Lauenstein, Gerswalde, Pilgramshain, Mülhausen, Hamborn sowie Einrichtungen in England, Holland, Island und Praxen anthroposophischer Ärzte in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Holland, England, Frankreich und den USA. Auch Fabrikation und Vertrieb anthroposophischer Heilmittel in der Schweiz, Den Haag, Wien, London und im Elsass gehen wesentlich mit auf ihre Initiative zurück. Gerade auf praktisch-organisatorischem Gebiet einschließlich der finanziellen Sicherung leistet sie Außerordentliches – wie schon zu Steiners Zeiten bei der finanziellen Sicherung und Begründung der Weleda-Heilmittelbetriebe (Kühn 1978). Ein wesentliches Anliegen war ihr auch die Pflege des religiösen Lebens in therapeutischen Arbeitszusammenhängen. So förderte sie die Einrichtung der in den Waldorfschulen praktizierten kultischen Sonntagshandlungen im Bereich der heilpädagogischen Institute. Sie stand über die pastoralmedizinische Arbeit in enger Verbindung mit den Priestern der Christengemeinschaft.

Wegman sah die medizinische Bewegung konzeptionell als Ganzes und hatte die Möglichkeit, bedeutende Pioniere dieser Bewegung lebensentscheidend zu beraten: Karl König für die Heilpädagogik, Rudolf Hauschka für die Heilmittelforschung und -herstellung, Werner Kaelin für die Erarbeitung bildschaffender Methoden, Alexandre Leroi für die Mistelforschung und -therapie, Margarethe Hauschka für Massage und die künstlerische Therapie mit Plastizieren und Malen, Martha Hemsoth für die Sprachtherapie, Liane Collot d’Herbois für das Malen therapeutisch wirksamer Bilder und Margarete Kirchner-Bockholt für die Heileurythmie. Auch bezüglich der Musik- und Gesangstherapie war sie engagiert und suchte Fachleute für die Behandlung ihrer Patienten zu gewinnen (Zeylmans, Bd. 2, S. 78). Nicht zuletzt engagierte sie sich für Diät- und Ernährungsfragen – einschließlich der landwirtschaftlichen Voraussetzungen –, was u. a. in London zur Begründung eines vegetarischen Restaurants führte. Ihre eigene kleine Klinik in Arlesheim, von Rudolf Steiner bereits als „Musteranstalt“ der anthroposophischen Medizin bezeichnet, wurde zu einer weit ausstrahlenden Therapeutenschule.

Als Kernaufgabe ihres Wirkens sah Wegman jedoch nach Steiners Tod die Fortsetzung dessen, was mit der Begründung der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft und der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft während der Weihnachtstagung 1923/24 durch ihn inauguriert war. Von ihm selbst beim Aufbau dieser Hochschule zur Verwalterin der ersten Klasse dieser Schule benannt, begann sie bereits im Mai 1925 in Paris Zusammenkünfte der Hochschulmitglieder abzuhalten und die stenographierten Klassenvorträge Rudolf Steiners als Grundlage für die geistige Arbeit vorzulesen. In Dornach wurde sie für diese Tätigkeit eigens durch Albert Steffen am 4. Juni 1925 eingeführt (Zeylmans, Bd. 2, S. 198 ff). Auch ihre Beiträge im Goetheanum-Nachrichtenblatt ab April 1925 dienten diesem Ziel. Die Fraglosigkeit jedoch, mit der Wegman einerseits die ihr von Steiner übertragenen Aufgaben auch nach seinem Tod fortsetzte und die persönlichen und sachlichen Differenzen andererseits, die sich einer eingehenden Beratung mit ihren Kollegen im Vorstand in den Weg stellten, ließen in der Goetheanum-Leitung und der weltweiten Mitgliedschaft ein wachsendes Spannungspotenzial entstehen. Dieses entlud sich zehn Jahre später darin, dass Wegman auf der Mitgliederversammlung am 14. April 1935 ihrer Vorstands- und Sektionsleitertätigkeiten enthoben wurde.

Daraufhin zog sie sich ohne Verteidigung ihrer Aufgaben und Rechte zurück und setzte in freier Weise die Aufbauarbeit für die anthroposophisch-medizinische Bewegung fort. Zu den am 27. September 1935 zur jährlichen Herbstarbeit in die Klinik nach Arlesheim kommenden Ärztekollegen sagte sie: „Im geistigen Goetheanum haben alle Menschen Platz“, und dass sie auf die Zeit hoffe, wo die Missverständnisse geklärt seien und „wir wieder mit Liebe und Ruhe miteinander werden arbeiten können“ (Zeylmans, Bd. 3, S. 129 f). Menschliche Spannungen und Gefährdungen waren für sie nicht Grund, zurückzuschrecken, sondern Ansporn, Heilungs- und Wandlungskräfte aufzurufen und in innerer Arbeit zu tun, was äußerlich unmöglich erschienen.

Vorbereitet war sie für diese Schicksalsprüfung einerseits durch eine Krankheit, die sie 1934 in Todesnähe gebracht hatte und an deren Genesung sie eine Palästinareise anschloss. Auf der anderen Seite kamen ihr Karmaerkenntnis und das esoterische Verständnis pathologischer Prozesse im individuellen und sozialen Leben zu Hilfe. Die Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner an dem Buch „Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen“ (GA 27) hatte sie gelehrt, dass jede Krankheit als Ausgleich von Schicksalsgegebenheiten gesehen werden kann, die auf keinem anderen Wege Klärung erfahren können. Was Steiner als „Forschen in karmischer Gemeinschaft“ (GA 243) für sich erlebt und im Hinblick auf seine Zusammenarbeit mit Wegman beschrieben hatte, sah für sie in der praktischen Realisierung am Patienten so aus, dass er als Kenner der menschlichen Seelen- und Geisterfahrungen auf dem Initiationsweg in den ihm geschilderten Krankheitsprozessen die physischen Abbilder dieser möglichen inneren Erlebnisse erkannte (RMG 1993, Nr. 2). Er nannte sie auch die physischen Imaginationen vom geistigen Leben (GA 316), d.h. unbewusste – da am Leib sich vollziehende – Schwellen- bzw. Initiationserfahrungen. Der Krankheitsbegriff wird dadurch aus der materialistischen Sinnlosigkeit eines Irrtums der Natur und der religiösen Sackgasse einer Strafe für moralische Verfehlungen erlöst und dem Kranken seine evolutive Würde – auch im Zustand quälender Hilfsbedürftigkeit – zurückgegeben. Kranksein wird, so verstanden, zur Seelen- und Geist-Erfahrung am eigenen Leib, im eigenen Schicksal. Im nachtodlichen Leben kann der Sinn dieses Leid- und Schmerzerlebens – entbunden vom physischen Leib – dann imaginativ hervortreten und seine Botschaft enthüllen.

Im Lichte dieser Tatsache erscheint auch Rudolf Steiners Erkrankung – der sein ganzes Leben lang stets gesund war – in einem heilsamen Kontext: Durch seine voll bewusst erkannte und durchlebte Krankheit errang er schon im Leben die schicksalsausgleichenden Kräfte in Form helfender Imaginationen, Inspirationen und Intuitionen für die vom Zerfall und menschlichem Zerwürfnis bedrohte Anthroposophische Gesellschaft, mit der er sich verbunden hatte. Soweit er die Ergebnisse dieser geistigen Arbeit noch schriftlich formulieren konnte, hat er dies in seiner letzten Ansprache (GA 238) und den sogenannten Michael-Briefen (GA 26) getan. Dies in sich tragend, konnte Wegman auch die Gefahren der parallel zur Gesellschaftstragödie sich aufbauenden nationalsozialistischen Herrschaft erkennen und durch ihr kosmopolitisches Engagement etwas zum Ausgleich beitragen (Zeylmans, Bd. 2, S. 227ff.).

Die letzten drei Jahre ihres Lebens verbrachte sie überwiegend in der Klinikdependance Casa Andrea Cristoforo in Ascona. Angesichts der äußeren Beschränkungen durch die Kriegsereignisse und die Dornacher Verhältnisse ging der Weg nach Innen. Erneutes Studium der Christologie Rudolf Steiners, regelmäßige Vorträge für die Patienten in der Casa und das versöhnende Nach-innen-Nehmen der mit ihr verbundenen Gesellschaftskonflikte kennzeichnen diese Zeit sowie die Organisation von Hilfe, u.a. für vom Krieg geschädigte Kinder. Eine von Liane Collot d’Herbois nach Wegmans Angaben ausgemalte kleine Kapelle sollte ihre Urne umgeben und zeugt von ihrem Willen, Leben und Sterben im Dienst des Zeitgeistes Michael zu gestalten.

Michaela Glöckler


Werke: Zur Kenntnis der Heimkehrfälle bei Scharlach (Diss.), Zürich 1912;
mit Rudolf Steiner: Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst,
Dornach 1925, 7. Aufl. 1991, GA 27; mit Stein-von Baditz, N.: Aus Michaels
Wirken, Stuttgart 1929, 5. Aufl. 1983; Im Anbruch des Wirkens für eine
Erweiterung der Heilkunst, Arlesheim 1956, ²1974; An die Freunde. Aufsätze
und Berichte aus den Jahren 1925–1927, Arlesheim 1960, Dornach ³1986;
weitere Werke in: Zeylmans van Emmichoven, J. E.: Wer war Ita Wegman.
Eine Dokumentation, 3 Bde., Heidelberg 1990–92, Bd. 2; Entwurf zur
Vorrede Steiner/Wegman GA 27, in: RMG 1993, Nr. 2; mit Stein, W. J.:
Persephoneia. Ein Mysterienspiel, in: RMG 1995, Nr. 10; Beiträge in
Sammelwerken; Übersetzungen ins Englische und Italienische erschienen;
zahlreiche Beiträge in N, Na, weitere in AGB, AM, AP, BeH, C, JoM, MaD, Me,
Beiblätter von Na, WJ, RMG.
Nachlass: Am 14. April 2003 wurde das Ita Wegman-Archiv auf dem
Klinikgelände in Arlesheim begründet, dessen Sammlungen derzeit
erschlossen und schrittweise der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Sie umfassen neben medizingeschichtlichem Material Originalmanuskripte
Ita Wegmans, ihre weltweite Korrespondenz mit zehntausenden Blättern
und Zeugnisse der engen Zusammenarbeit mit Rudolf Steiner.
Literatur: 50 Jahre Klinisch-therapeutisches Institut, Arlesheim 1971;
Grunelius, A. [Hrsg.]: Ita Wegmans Erdenwirken, Arlesheim 1976, Dornach
²1980; Kühn, H.: Dreigliederungs-Zeit. Rudolf Steiners Kampf für die
Gesellschaftsordnung der Zukunft, Dornach 1978; Kirchner-Bockholt, M. u. E.:
Die Menschheitsaufgabe Rudolf Steiners und Ita Wegmans, Dornach ²1981;
Daems, W. F.: Ita Wegman. Zürcher Zeit 1906–1920, Dornach 1986; GA
260a, ²1987; Schöffler 1987; Lindenberg, Chronik 1988; Zeylmans van
Emmichoven, J. E.: Wer war Ita Wegman. Eine Dokumentation, 3 Bde.,
Heidelberg 1990–92. (Band 1: 1876 bis 1925; Band 2 mit ausführlicher
Bibliographie: 1925 bis 1943; Band 3: Kämpfe und Konflikte 1924 bis 1943);
GA 259, 1991; Lüscher, A. u. a.: Rudolf Steiner und die Gründung der
Weleda, in: BGA 1997, Nr. 118/119; Selg, P.: Anfänge anthroposophischer
Heilkunst, Dornach 2000; ders.: Ich bin für Fortschreiten. Ita Wegman und
die Medizinische Sektion, Dornach 2002.




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