Hans Kühn
Kühn, Hans Johannes

*27.03.1889 Schwäbisch-Gmünd (Deutschland)
†28.05.1977 Arlesheim (Schweiz)
(anderer Todestag: 29)



-- Biographische Archiv-Notiz --

Der Vater von Hans Kühn betrieb eine Silberwarenfabrik, der Großvater stammte aus Wien. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Mutter nach Stuttgart. Emil war sein älterer Bruder, Emil Leinhas sein Vetter. Er besuchte die Realschule in Stuttgart, schloss eine kaufmännische Lehre ab und lebte später in England und Holland, in Hamburg und Frankfurt. Durch Emil Leinhas und Louis Werbeck wurde er auf Rudolf Steiner hingewiesen. Er hörte ihn im Herbst 1912 zum ersten Mal und hatte 1914 ein erstes Gespräch in Kassel. Er war bei der letzten Mysteriendramen-Aufführung in München dabei.

Er besuchte Prinz Max von Baden und konnte dort einen Besuch von Rudolf und Marie Steiner vermitteln.

1917 gehörte er zu einer Gruppe, die sich mit Carl Unger regelmäßig über die militärische und politische Lage beriet.

1919-20 war er erster Geschäftsführer des Arbeitsausschusses des Bundes für Dreigliederung. Auch war er Herausgeber, dann Redakteur der Mitteilungen des Bundes für Dreigliederung des sozialen Organismus.

Im Januar 1919 fuhr er mit Emil Molt und Roman Boos nach Dornach, um Rudolf Steiner den von Carl Unger verfaßten Entwurf einer Treuhandstelle vorzulegen. Sie besprachen am 25. Januar 1919 Möglichkeiten des weiteren Vorgehens.

Am 20.-21. April 1919 nahm er an einer Dreigliederungsbesprechung mit Rudolf und Marie Steiner, Emil Molt, Carl Unger und Emil Leinhas teil.

Auch mit der Waldorfschule und deren Gründung war er verbunden und hat am Fest ihres 50jährigen Bestehens teilgenommen.

Er beteiligte sich an den historischen Arbeiten von Walter Johannes Stein.

Im August 1919 war er in der Arbeit mit den Betriebsräten aktiv.

Er vermittelte Gespräche Rudolf Steiners mit dem bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner und dem deutschen Gesandten in Bern Wilhelm Förster.

Am 1. August 1920 wurde er als Geschäftsführer des Bundes von Walter Kühne abgelöst.

Am 13. März 1920 gehörte er bei der Gründung der "Der Kommende Tag AG" zum Vorstand und war 1920-24 einer der Direktoren in Stuttgart.

Im Januar - Februar 1923 war er aktives Mitglied des erweiterten Dreißigerkreises.

Am 22. Juli 1923 unterschrieb er die Resolution der Delegierten der Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach.

Im August 1923 war er im Vertrauenskreis der Stuttgarter Institutionen.

Im Oktober 1923 war er Vertrauenspersönlichkeit der Anthroposophischen Gesellschaft in Stuttgart.

1924 zog er nach Arlesheim. Er heiratete Ada Honegger aus dem Kanton Zürich, sie hatten vier Töchter.

1928 war er Repräsentant der Schweiz bei den Vorbereitungen der "World Conference of Spiritual Science".

Er wirkte in Arlesheim als Schriftsteller und mit seinem Columban-Verlag als Verleger.

1956 rief er die Arbeitsgemeinschaft für soziale Dreigliederung ins Leben und führte sie bis 1972. Als Publikationsorgan der Arbeitsgemeinschaft diente 1956-59 die von Friedrich Herbert Hillringhaus redigierte Soziale Zukunft, ab 1959 die Beiträge zur Dreigliederung des sozialen Organismus unter seiner Redaktion. Er hat zwölf Jahrgänge betreut.

Er beteiligte sich noch an der Ostertagung 1977 am Goetheanum.




Werke: Mythologische Motive in romanischen Kirchen. „Widar“, Schaffhausen 1945; Die Darstellung des Abendmahls im Wandel der Zeiten. Leonardo da Vinci, Schaffhausen 1948; mit Leber, H.: Schicksal Europas und die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, Freiburg/Br. 1966;
50 Jahre Dreigliederung, Dornach 1967; Xistos. Eine ikonographische Studie, Arlesheim [1972]; Botticelli, Dornach [1975]; Dreigliederungs-Zeit, Dornach 1978; Beiträge in Sammelwerken und in BfA, BzD, CH, G, MaD, N und SZ.
Literatur: Wiesberger, H.: Rudolf Steiners öffentliches Wirken für die Dreigliederung, in: BGA 1969, Nr. 24/25 und 27/28; Hagemann, E.: Bibliographie der Arbeiten der Schüler Dr. Steiners, o. O. 1970; Tautz, J.: Hans Kühn, in: MaD 1977, Nr. 121, auch in: BzD 1977, Nr, 31; Schmundt, W.: Rudolf Steiner begründet die Kunst des sozialen Bauens, in: G 1979, Nr. 19; GA 197, ²1986; Schöffler 1987; Deimann 1987; Lindenberg, Chronik 1988; Kühne, W.: Die Stuttgarter Verhältnisse, Schaffhausen 1989; GA 331, 1989; GA 189, ³1990; GA 259, 1991.




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