Alfred Hummel
Hummel, Alfred

Hochschullehrer für Architektur.

*07.09.1891 Heilbronn (Deutschland)
†08.04.1973 Aachen (Deutschland)





Alfred Hummel war einer der frühen Spezialisten für Betontechnik und Beton-Bauten.

Er war Sohn eines Oberlehrers, der bei seinen vier Kindern Interesse und Liebe zur Natur weckte. Er besuchte die Volks- und die Realschule in Heilbronn bis zum Abitur. Hummel gehört stets zu den Klassenbesten. Er beginnt 1912 das Studium der Architektur an der Technischen Hochschule in Stuttgart und wird dort schon im gleichen Jahr Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Auf Anregung von Ernst Fiechter besucht er im Frühjahr 1914 die Baustelle des ersten Goetheanum in Dornach. Er lässt sich sofort vom Baubüro einstellen. Er hatte dort die Konstruktionszeichnungen der Südwand und des Daches des Südflügels zu machen, konnte auch mitschnitzen, an der Eurythmie teilnehmen und war Obernachtwächter. Er blieb bis zur Einberufung zum Kriegsdienst im Februar 1915. Nach Kriegsende setzt er sein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Karlsruhe fort, promoviert dort 1923 zum Dr.-Ing., ist bis 1928 Hochschulassistent und veröffentlicht zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten.

Hummel heiratet 1925 die gleichfalls mit Rudolf Steiner persönlich bekannte Anthroposophin Margarete Seufert, geb. Stehle. Der Ehe entspringen eine Tochter und ein Sohn.

1928 wird er Leiter der neu eingerichteten Betontechnischen Abteilung im Laboratorium des Vereins Deutscher Portland-Cement-Fabrikanten in Berlin-Karlshorst. 1934 erscheint sein Buch „Das Beton-ABC“. Es wird für Jahrzehnte zu einem Standardwerk der Wissenschaft vom Beton und erreicht 12 Auflagen.

1936 wechselt Hummel als Abteilungs-Direktor zum Staatlichen Material-Prüfungsamt in Berlin-Dahlem. In dieser Eigenschaft wird er 1938 zum Professor ernannt und erhält 1939 einen Lehrauftrag an der Technischen Hochschule in Berlin.

Nach den Jahren des Krieges entstehen unter schwierigsten Lebensbedingungen Hummels wichtige Arbeiten über Trümmerverwertung als eine erste Grundlage für den Wiederaufbau.

1948 wird Hummel als o. Professor an die Technische Hochschule in Aachen berufen. Er baut dort das neue Institut für Bauforschung auf und wird dessen Direktor. 1954 verleiht ihm die Technische Hochschule München den Titel eines Dr.-Ing. e. h. in Würdigung seines wesentlichen Anteils am Auf- und Ausbau einer Wissenschaft vom Beton.

Alfred Hummel wird 1959 emeritiert.

1960 wird ihm das große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen, zahlreiche weitere Auszeichnungen und Ehrungen wurden ihm zuteil. Sein wissenschaftliches Lebenswerk umfasst über 100 Veröffentlichungen.

Neben seiner Arbeit als Betontechnologe bleibt Hummel bis zu seinem Lebensende unermüdlich und aktiv interessiert auf vielen Gebieten der Anthroposophie, Christologie, Metereologie, Astronomie, Archäologie und Mineralogie. Er schreibt - insbesondere nach seiner Emeritierung - zahlreiche private Studien auf diesen Gebieten; er malt und zeichnet.

48 Stunden vor seinem Tode am 8. April 1973 zeichnet er noch einmal das erste Goetheanum.

Eva Maria Hummel


Werke: Über 100 wissenschaftliche Veröffentlichungen, z. B. Das Beton-ABC Berlin 1935, 1959 (12. Aufl.); mit Wedler, B.. Trümmerverwertung , Berlin 1946, ²1947; Baustoffprüfungen, Berlin 1949, Düsseldorf ³1957, mit Wesche, K.: Verhalten von Beton im Seewasser, Berlin 1956; mit anderen: Festigkeit und Verformung von unbewehrtem Beton, Berlin 1968; Erinnerungen an meine Baupraktikantenzeit, in: Krause-Zimmer, H.: Hermann Ranzenberger, Dornach 1995; Aufsätze in CH und MuB.
Literatur: Errenst, F.: Zum Gedenken an Alfred Hummel, in: MuB 1974, Nr. 2; Kühn, H.: Dreigliederungszeit, Dornach 1978.




Abkürzungen: siehe www.kulturimpuls.org

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